Wir brauchen beide(s)

„Hey, lass uns mal feiern, lass uns mal keine Sorgen haben, lass uns tanzen, lass und freuen über alles, was gut ist“ – Kennst Du auch jemanden, der so drauf ist? Vielleicht sogar Du selbst? Leute, die sich auf die guten Dinge konzentrieren, sich nicht runterziehen lassen. Die, die gute Laune haben und für gute Stimmung sorgen. Cool! – Und die anderen, die sagen: „Alter! Wie kannst Du so gut drauf sein? Die Zeit läuft ab, die Ergebnisse der Weltklimakonferenz reichen hinten und vorne nicht! Wir haben viel zu viel zu tun!“ Stimmt. Auch cool.

Advents-Energie

Eine Kollegin meinte, man sollte diese ganze unsägliche Weihnachtsbeleuchtung als allererstes abschalten, bevor man über Klima und Energieknappheit redet. Also Lichterketten in allen Städten aus! Fassadenstürmende Nikoläuse in die Schockstarre versetzen! Den Rentierkutschen in den Vorgärten den Stecker ziehen! Ja? Nein?

Diakonin und Diakon_

Wenn Du irgendwo einen neuen Job anfängst, wie wünscht Du Dir das? Heimlich still und leise? Du kriegst Deinen Arbeitsplatz gezeigt und gut is? Oder fändest Du eine richtige öffentliche „Indienstnahme“ cool? So: nu komm‘ se ma nach vorne hier zum Direktor und zeigen sich ihren neuen Kolleginnen und Kollegen“.

Vieles wär möglich

Unsere Welt ist krank. Und das Leiden tritt an vielen Orten gleichzeitig vor unsere Augen. Krieg, Gewalt und Flüchtlinge an so vielen Orten, das Schreien und Leiden der Schöpfung, der Hunger und die Ungerechtigkeit in den ärmsten Ländern. Leiden mögen zum Leben dazugehören, unendlich viel Leid könnten wir als Menschheit aber vermeiden. Darauf machen die Kirchen anlässlich des heutigen Totensonntags besonders deutlich aufmerksam.

Fragen zum Totensonntag

Dieses Jahr wird sie den Adventsschmuck wieder rausholen. Letztes Jahr ging das noch gar nicht. Nicht weil ihr Mann gestorben war. Sondern ganz komisch, weil er zwar gestorben war, es sich aber gar nicht danach angefühlt hat. Ein Jahr lang dachte sie immer, der kommt ja wieder. Ein Jahr hat es gedauert, bis sie seine Sachen wirklich komplett aus dem Wäscheschrank gekramt und weggegeben hat. Er kommt ja wieder. Nein. Tut er nicht. Die Toten sind wirklich nicht mehr unter uns. Jedenfalls nicht mehr so, wie sie es einmal waren. Jetzt, wo sie weiß, er kommt nicht wieder, hat sie wieder Lust zum Adventsschmuck.

Totensonntag

Heute ist Totensonntag, oder wie es offiziell heißt „Ewigkeits-Sonntag“. Der Sonntag vor dem Ersten Advent. Das Kirchenjahr geht zu Ende. Das Leben zieht sich aus den Pflanzen zurück. Das Licht zieht sich zurück, indem die Tage kürzer, die Nächte länger werden. Von der Natur weiß man, dass nach dem Winter der Frühling kommt, dass das Leben zurückkommen wird. Auf den Herbst und den Winter folgen bei uns der grüne Frühling und der heiße Sommer. So ist das schon seit Jahrhunderten, Jahrtausenden – gefühlt immer.

Blauer Stuhl

Fast immer, wenn ich zum Supermarkt gehe, liegen vor dem Eingang zwei, drei Masken auf dem Boden, manchmal auch diese türkis-bläulichen OP-Masken. Im Mülleimer daneben sind wahrscheinlich noch viel mehr. Krass eigentlich, wenn Du mal überlegst, wieviel mehr Müll wir gerade produzieren, weil wir seit Beginn der Pandemie viel mehr Schutzmasken und Schutzkleidung brauchen – weltweit.

Deutsch-Polnische Kooperation

Das Verhältnis zwischen Polen und Deutschland ist im Moment – etwas angespannt. Die streng konservative Regierung in Warschau hat die Rechtsstaatlichkeit in Polen eingeschränkt. Mehr aus innenpolitischen Gründen stellt die polnische Regierung Forderungen nach Reparationsausgleichen für die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, die die deutsche Regierung als völlig unbegründet und unrealistisch ablehnt. Auf der Alltagsebene, im Austausch und bei den Begegnungen der Polen und Deutschen sieht das Verhältnis aber oft viel besser aus. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit der Evangelischen Diakonien in Deutschland und Polen bei der Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine.

Angst, Panik oder Risikobewusstsein

In Ägypten treffen sich gerade rund 40.000 Menschen aus allen Staaten der Erde bei der Weltklimakonferenz. Hier bei uns im 89.0-RTL-Sektor besetzen Studis von mehreren Gruppen den Hörsaal 011 und zwei Schulen in Göttingen, das Parlament der Evangelischen Kirche macht den Klimaschutz zu einem der Hauptthemen. Und wenn Du Dich jetzt deshalb mal genauer einliest ins Thema, dann kannst Du richtig Angst bekommen, vielleicht sogar Panik. – Ist das gut? Hilft das vielleicht sogar, endlich ins Handeln zu kommen?

Nie wieder Krieg

„Nie wieder Krieg!“ Lautet die gemeinsame Forderung der beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland zum heutigen Volkstrauertag. Natürlich wissen die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Annette Kurschus, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, ganz genau, wie fast weltfremd und naiv so eine Forderung angesichts des russischen Angriffskrieges in der Ukraine klingt. „Nie wieder Krieg!“

Verärgert oder aufgerüttelt durch Letzte Generation

Die Aktivistinnen und Aktivisten der „Letzten Generation“ blockieren den Straßenverkehr, werfen Kartoffelbrei auf Kunstwerke (wobei eigentlich nur auf die Glasscheibe direkt vor dem Kunstwerk) – und in den letzten Tagen haben sie in Interviews und Talkshows erklärt, was sie wollen und konnten auch vor dem Parlament der Evangelischen Kirche in Deutschland sprechen.

Die Welt vom Kopf auf die Füße stellen

Alle verrückt, sagt mein Nachbar immer, alle verrückt. Wenn ich so nachfrage: Wen meinste denn jetzt gerade? Heißt die Antwort: Sag ich doch: allesamt – alle verrückt. Ob er das jetzt allgemein auf die Politiker bezieht. Klar! Oder die Kolleginnen und Kollegen? Sicher! Oder auf die Leute, in dem zentralen Flüchtlingsaufnahmelager, in dem er arbeitet? Die Antwort ist klar und eindeutig und immer die gleiche: Alle verrückt.

Nicht blockieren

Das Ende von Hartz IV. Endlich soll ein besseres, ein gerechteres System kommen. So sieht es Arbeitsminister Hubertus Heil (von der SPD). Am Donnerstag hat der Bundestag seinem Gesetz zur Einführung des sogenannten „Bürgergeldes“ nach einer sehr emotionalen Debatte zugestimmt. Ob das Gesetz so durch den Bundesrat geht, in dem die Union das Gesetz blockieren könnte, ist noch nicht klar.

COP 27

In Ägypten versammeln sich ab heute die Staatsspitzen der 27. Welt-Klima-Konferenz der Vereinten Nationen. Dabei wird der afrikanische Kontinent auch inhaltlich im Zentrum stehen. In Afrika leben 16 Prozent der Weltbevölkerung. Nur 3 Prozent des CO2-Ausstoßes gehen allerdings auf ihre Kappe. Die Folgen des Klimawandels aber spüren die Menschen nirgends auf der Erde so hart und tödlich wie hier: Nigeria ist überschwemmt, Somalia verhungert, über Madagaskar toben regelmäßig Zyklone. Unter den zehn meist betroffenen Regionen des Klimawandels liegen sieben in Afrika.

Das alte Buch

Liebst Du es, Bücher zu lesen? Kannst Du abendelang auf dem Sofa einen Roman nach dem anderen verschlingen? Vielleicht hast Du sogar eine kleine Bibliothek zu Hause. Ne Freundin von mir hat sich dafür extra ein Zimmer eingerichtet – und sortiert die Bücher immer mal wieder um. Beim letzten Umzug haben ihre Freunde die Bücher nach Farben sortiert eingeräumt, sah super gut aus.

Schöner Herbst

Manche Pflanzensamen waren ganz verwirrt, als es letzte Woche plötzlich wieder so warm war, und haben angefangen zu keimen, obwohl das erst im Frühling passieren sollte. Ich hatte die Tage sogar plötzlich wieder ein paar Moskitos. Seltsam, aber schön war’s schon, dass man noch mal so viel draußen machen konnte.– Und jetzt? Jetzt ist es dann doch mal kühl geworden.

Rückblick auf Halloween

Er ist jetzt schon ein paar Tage her – der 31. Oktober. Was war da nochmal? Ziemlich viel Saures gab es dieses Mal zu Halloween. Ich gönne allen beste Laune und viel Spaß und viel Süßes über beide Ohren. Wirklich! Aber Polizei-Einsätze all überall im Land? Ach was heißt im Land, weltweit?

Schöpfung bewahren macht Mühe

Ich hab’ gestern ein paar Obstreste in den Garten geworfen. Ist vielleicht Quatsch, aber ich hab’ gelesen, man soll im Herbst Blätter und runtergefallenes Obst liegen lassen. Vor allem für die Igel. Obst schnabulieren die vor dem Winterschlaf bestimmt gerne nochmal. Wahrscheinlich wandeln die den Zucker in Fett um, dachte ich – und dann ab in die Heia ins Unterholz.

Ort der Entscheidung

Es gibt irgendwo in uns Menschen tief verwurzelte Überzeugungen von dem, was wir für gut, was wir für böse halten, für richtig oder für falsch. Ich meine damit die sogenannten Werte, die Vorstellungen davon, was der Mensch darf und was der Mensch nicht darf, was er tun und was er besser lassen sollte. Zusammengefasst heißen diese Vorstellungen auch „Moral“. Die Moral ist das zu Hause für das menschliche Gewissen. Nur: wo steht dieses Haus? Wo ist das Gewissen zu Hause? Im Herz? Der Seele? Im Bauch? Im Hirn? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verorten das Gewissen im Hirn und sie haben recht, denn sie können das belegen, sogar bestimmte Bereiche im Hirn als besonders aktiv nachweisen, wenn wir in einen sogenannten moralischen Konflikt geraten, also mal nicht […]

Feindesliebe

Joe Biden, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, ist ein frommer Mann, also gläubig – wie man auch sagt. Er betet, er geht in die Kirche, und er bekennt sich zu seinem christlichen Glauben. Nun gehören die zehn Gebote zum Beispiel auch zum christlichen Glauben und da heißt es: „Du sollst nicht töten.“

Transparenz für Vertrauen

Nach Schätzungen von „Abgeordnetenwatch“ gibt es in Berlin 5.000 bis 7.000 Lobbyisten, also Vertreterinnen und Vertreter von Interessengruppen, die persönliche Kontakte zu Bundestagsabgeordneten und Leuten aus der Bundesregierung und von den Parteien haben. Ihr Ziel: die Arbeit der Politikerinnen und Politiker beeinflussen. Das ist grundsätzlich in Ordnung und gehört zur Demokratie dazu – allerdings ohne Bestechung und mit großer Transparenz.

1000 Afghanen nach Hessen

Weißt Du noch, wie die USA und in deren Gefolge auch die Bundeswehr mehr oder weniger Hals über Kopf aus Afghanistan abgezogen sind. Ich sehe noch die Bilder vor mir, wie Eltern ihre Kinder einfach den Soldaten in die Hand drücken, damit sie sie über Tore und Mauern ins Flughafeninnere heben: Hauptsache raus, Hauptsache weg, Hauptsache überleben.

Antisemitismus

In den letzten Jahren ist es schlimmer geworden: Es gibt mehr Antisemitismus in Deutschland. Das beobachtet die Amadeu-Antonio-Stiftung. Sie hat am Donnerstag eine neue Analyse veröffentlicht. Tahera Ameer vom Vorstand der Stiftung sagt: „Die Grenzen des Sagbaren haben sich längst verschoben“. Er spricht von einem Zustand, der schon lange nicht mehr tragbar sei.

Wintermode im Kanzleramt

Was bitte schön sollen die Damen und Herren Politikerinnen und Politiker in diesem Herbst für eine Mode tragen? Das interessiert Dich nicht die Bohne? Naja, also in unserem Nachbarland Frankreich ist der energiepolitisch bedingte Dresscode der politischen Elite im Moment immerhin Thema Nr. 1.

Entschuldige bitte

Entschuldigung – das kann ein schweres Wort sein! Wer es aussprechen kann, hat die Chance, Frieden zu schließen in einer total verfahrenen Situation. Meistens bezieht sich das Wort ja auf einen Fehler, den man gemacht hat und der jemand anderem geschadet hat. Wenn Du „Entschuldigung“ sagst, dann bittest Du darum, dass Dir jemand Deine Schuld wegnimmt, bildlich gesprochen von der Schulter, oder von der Seele nimmt.

Entschuldige bitte

Entschuldigung – das kann ein schweres Wort sein! Wer es aussprechen kann, hat die Chance, Frieden zu schließen in einer total verfahrenen Situation. Meistens bezieht sich das Wort ja auf einen Fehler, den man gemacht hat und der jemand anderem geschadet hat. Wenn Du „Entschuldigung“ sagst, dann bittest Du darum, dass Dir jemand Deine Schuld wegnimmt, bildlich gesprochen von der Schulter, oder von der Seele nimmt.

Wertvolle Lunchboxen

Ich weiß nicht, warum man Sachen kauft, auf denen in dicken fetten Buchstaben das Wort „Wertvoll“ draufsteht. Das ist mir aufgefallen, dass das Wort „Wertvoll“ mal irgendwo auf ‚ner Lunchbox, oder auf ‚nem Thermobecher in der Regionalbahn, oder auf ‚ner Wasserflasche draufsteht.

Retusjert Person

Tja, das gutaussehende Model auf dem Werbeplakat, ist das nun echt oder nicht? Naja, die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, dass die Grafikerinnen und Grafiker da nochmal nachgeholfen haben: Beine länger, Bauch weg, Augen größer – zusätzlich zum sowieso professionellen Make-up. Ist doch klar, dass das nicht wirklich real ist, logisch.

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