Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist eigentlich ein Buzzword; genau wie seine Abkürzungen KI und AI. Apps, Smartphones und andere Geräte haben jetzt teilweise „AI“ mit in der Produktbezeichnung – aus Marketinggründen. Dabei wird durch das Wort „Künstliche Intelligenz“ gar nicht wirklich klar, was gemeint ist. Aber klingt halt modern, verkauft sich gut. Oder klingt es für Dich eher beängstigend, wenn eine Maschine intelligent ist?

Keine Angst

„Keine Angst“ – über den neuen Song von Danger Dan reden seit Donnerstag quasi alle; vor allem, weil das ZDF ihn und den Pianisten Igor Levit ausgeladen hat – ganz kurz vor der Aufzeichnung der 100. Sendung der „Anstalt“; Thema: „Politische Radikalisierung und Wehrhaftigkeit der Demokratie“. Das ZDF sagt, der Text des Songs könnte als Aufruf zur Gewalt verstanden werden. Die Künstler sprechen von Zensur. Die Redaktion der „Anstalt“ distanziert sich von des Senders. Seit Freitag kannst Du Dir den Song anhören und selbst eine Meinung bilden.

Fischstäbchen oder Ukraine

Ausgerechnet Fischstäbchen stehen gerade sinnbildlich für die Russlandpolitik der Europäischen Union. Eigentlich wollte die EU in dieser Woche ihr 21. Sanktionspaket gegen Russland beschließen. Daraus wurde aber nichts. Immerhin konnten sich die Mitgliedstaaten darauf einigen, den bisherigen Preisdeckel für russisches Öl erstmal beizubehalten. Ohne diese Entscheidung wäre er am Mittwoch automatisch gestiegen, dann hätte Russland sogar mehr Einnahmen erzielt.

Entmenschlichung verstehen

Warum gibt es Gewalt, Krieg, Rassismus und Antisemitismus? Warum reicht es oft, dass jemand anders aussieht, anders glaubt oder anders lebt? Warum hassen Menschen andere Menschen? Studien aus der Sozialpsychologie und Gewaltforschung sagen grob: Hass und Gewalt entstehen besonders dort, wo Menschen sich bedroht, gedemütigt oder ihrer Kontrolle beraubt fühlen. Und mit der Idee, schuld daran müsse jemand anderes sein.

Das Leben vor der Tür

Kennst Du Dich besser darin aus, was in der Welt so passiert oder was in Deinem Dorf los ist? In den letzten 15 bis 20 Jahren hat sich die Aufmerksamkeit verändert. Und dadurch passiert heute etwas, das früher seltener war: Menschen wohnen in einem Ort, aber was dort so geht, das wissen sie nicht. Sie holen sich Infos hauptsächlich aus Sozialen Medien und Websites, halten Kontakt über Messenger-Apps, auch aus dem Radio und Fernsehen. Wenn dort die Veranstaltungen, Vereine und Aktionen im Dorf nicht vorkommen, dann wissen manche Leute gar nichts davon. Erstrecht, wenn sie ansonsten meistens 15 Kilometer weiter in der Stadt sind, wo ihre Freunde und Familie sind.

Angriff auf die Informationsfreiheit

Du willst wissen, warum vor deiner Haustür monatelang gebaut wird, obwohl kaum etwas vorangeht. Oder weshalb ein Ministerium Millionen für etwas ausgegeben hat, das schief gelaufen ist. Oder wer sich mit wem getroffen hat, bevor eine wichtige Entscheidung gefallen ist. Genau für solche Fragen gibt es das Informationsfreiheitsgesetz.

(Menschliche) Musik

Ich finde es so genial, dass wir Menschen dazu in der Lage sind, Musik zu machen. Dass sie Gefühle, Stimmungen, Gedanken nicht nur in Worten sondern auch durch Sound, Melodien und Gesang ausdrücken können. Musik kann so krasse Gefühle in Dir auslösen. Du kannst mitfühlen. Oder Du fängst unweigerlich an mitzuwippen oder zu tanzen. Dass Menschen bei anderen Menschen so etwas bewirken können, ist einmalig. – Und dann stellst Du fest: Diesen Sänger, mit dieser genialen Stimme, die gibt’s gar nicht. Und die Musikerin, die den Song komponiert und produziert hat, auch nicht. Das war alles eine KI. Und jetzt?

Urlaub, nur ein Traum?

Fährst Du diesen Sommer eigentlich in Urlaub? Oder kannst Du Dir das einfach nicht leisten? 21 Prozent der Menschen in Deutschland haben nicht das Geld, um wenigstens eine Woche im Jahr zu vereisen, also jeder fünfte. Das sind mehr geworden in den letzten Jahren. 2019 waren es noch 16 Prozent. Damit nähern wir uns dem EU-Durchschnitt an. Europaweit können sich 28 Prozent keinen Urlaub leisten.

Wenn Regeln nicht für alle gelten

Es wird als der große Skandal der WM 2026 in Erinnerung bleiben: Der Fall um den US-Stürmer Folarin Balogun. Balogun hat gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen. Eigentlich heißt das: mindestens ein Spiel Sperre. Im Fall Balogun hat die FIFA die Sperre aber dann zur Bewährung ausgesetzt, sodass er im Achtelfinale gegen Belgien doch spielen durfte. Grund dafür war wahrscheinlich der Anruf von Präsident Trump beim Fifa-Chef Gianni Infantino.

Totengedenken jetzt

Es gibt Ereignisse, da sind wir kollektiv in Trauer. Wenn mehrere Menschen bei einem Unglück plötzlich sterben oder wenn ein Mensch andere Menschen tötet, wie am Montag in Stade. Da sind sechs Menschen gestorben. Es ist sehr menschlich, dass uns das erschüttert; die einen mehr, die anderen weniger stark. Vielleicht denkst Du jetzt einen Moment an sie.

Pluralistische Ignoranz

Es gibt ein interessantes Phänomen. Wenn Du in einer Gruppe bist und dann sagt einer: „Hat noch jemand eine Frage?“, dann fragt oft niemand, obwohl viele noch Fragen haben. Aber man denkt, den anderen geht’s bestimmt anders als mir, frage ich lieber mal nicht. In der Sozialpsychologie nennt man das „pluralistische Ignoranz“. Die Mehrheit einer Gruppe nimmt an, dass die meisten anderen Gruppenmitglieder etwas anderes denken als sie selbst.

Piusbrüder exkommuniziert

Tradition in der Kirche klingt erstmal harmlos. Nach alten Liedern, vertrauten Ritualen, vielleicht ein bisschen mehr Weihrauch. Aber bei den Piusbrüdern geht es um deutlich mehr. Sie lehnen zentrale Reformen der katholischen Kirche ab – darunter Religionsfreiheit, das moderne Verständnis von Kirche und die Ökumene – also die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche.

Beeindruckende Menschen

Es gibt Menschen, die beeindrucken mich. Die stehen nicht groß im Rampenlicht, die sind einfach zur Stelle, wenn man sie braucht. Zum Beispiel das Team von 25 Johannitern und 2 Maltesern, die am Dienstag zusammen nach Venezuela ins Erdbeben-Katastrophen-Gebiet geflogen sind – in einer Frachtmaschine der Bundeswehr.

Klimaproblem

Uff, das Wetter. Das ist ein echter Juni-Hitzerekord. Und Rekord ist hier nicht gut. Hitze gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit, Nächte, in denen es auch nicht runterkühlt. Die Meteorologen sprechen von extremer Hitzebelastung. Für Deinen Körper ist es richtig Arbeit, wenn er irgendwie versucht, runterzukühlen. Du kannst Dich schlechter konzentrieren, bist viel schneller platt. Das hat Auswirkungen.

Schwimmen nur für Deutsch(sprechend)e

Sonne, Pommes und Abkühlung. Gerade wenn‘s so warm ist wie aktuell, sind Freibäder und Badeseen die wenigen Orte, an denen es wirklich angenehm ist. Blöd, wenn da nicht alle reingelassen werden. Im Heidebad in Halle ist in der Woche eine Grundsatzfrage entstanden. Dort gilt seit Kurzem: Wer nicht ausreichend Deutsch versteht, kommt nicht rein.

Autobahnkirchen

Manchmal sind Autofahrten echt anstrengend. Wenn die Fahrt lange dauert, Du ewig stop and go fahren musst oder sogar richtig im Stau stehst, dann liegen die Nerven eigentlich schon blank. Wenn dann die Mitfahrer auf der Rückbank noch mehr an Deinen Nerven sägen, dann … dann ist echt mal Zeit für ne Pause. Rastplätze sind oft nur so mittelmäßig entspannend, aber an manchen gibt sie: Orte der Ruhe. Wo Du Dich hinsetzen kannst, tief durchatmen, die Augen schließen und mal ganz bei Dir sein. Sogar die Kinder werden dort ruhig, schauen staunend auf das bunte Fenster, durch das das Licht hereinscheint. Wie ein Stück Himmel, das herunter auf die Erde fällt.

Faszination

Was fasziniert Dich, wenn’s um die neueste Technik geht? Was willst Du Dir am liebsten sofort holen, wenn Du das Geld dafür hast? Beim Aufräumen hab ich uraltes Zeug gefunden, und dabei war auch ne alte Bedienungsanleitung; muss so aus den 1960ern sein. Gleich auf der ersten Seite werde ich als glücklicher Besitzer dieses modernen Küchengeräts beglückwünscht. Die besten Ingenieure hätten den neuesten Motor verbaut, das Modulsystem sei einfach wie nie und so weiter.

Treffen der Generationen

Was mich in letzter Zeit echt nervt, ist dieses Generationen-Bashing. Arbeitgeberinnen oder ältere Kollegen beschweren sich über die Gen Z. Und, oh Gott, jetzt kommt die Gen alpha! Umgekehrt ist „Boomer“ schon ein Schimpfwort geworden. Sogar für Leute, die zur Gen X oder Y gehören. Erscheint jemand irgendwie altmodisch und outdated, kommt so’n spöttisches „Du bist so’n Boomer“. Hallo, ich bin Gen Y, wir sind die Millennials, weder Boomer noch Gen Z!

KI abgeschaltet

Europa merkt gerade einmal mehr, wie abhängig es digital immer noch ist. Auslöser ist ein Streit um zwei KI-Modelle aus den USA: Mythos und Fable 5. Mythos heißt das Modell, das gar nicht veröffentlicht wurde, weil es wohl sehr gut zum Hacken genutzt werden konnte. Anthropic, die Firma dahinter, hatte es nur ausgewählten Unternehmen zugänglich gemacht. Die konnten damit dann vor dem Release ihre Sicherheitslücken finden und schließen.

Zwei Wasser statt ein Eis

Boa, es ist jetzt schon, so früh am Morgen, einfach sooo warm. Also eigentlich ist es immer noch warm, weil es seit gestern einfach nicht über Nacht wirklich abgekühlt hat. „Tropennacht“ nennt das die Meteorologie offiziell, wenn die Lufttemperatur zwischen 18 und 6 Uhr nicht unter 20 Grad fällt.

Organspende ohne Widerspruch

Zu wenige Menschen haben einen Organspendeausweis. Deshalb wird im Bundestag noch vor der Sommerpause wieder über die Widerspruchsregelung gesprochen. Also über die Idee: Wer nicht ausdrücklich Nein sagt, ist Organspender. Menschen sterben, weil kein Organ da ist. Diese Widerspruchsregelung würde das Problem wahrscheinlich schnell beheben.

Mücken ausrotten

Google will in den USA bis zu 64 Millionen Stechmücken freisetzen. Das klingt erstmal wie der Anfang von einem schlechten Film. Tatsächlich geht es um ein ernstes Problem: Stechmücken sind mit Abstand das tödlichste Tier der Welt. Sie übertragen Krankheiten wie Dengue, Zika oder Gelbfieber. Daran sterben weltweit jedes Jahr fast eine Million Menschen.

Altes + Neues = vollkommen

Stell Dir vor, Du bekommst die Aufgabe, die ultimative Playlist zusammenzustellen mit Songs, die für verschiedene Stimmungen funktionieren, neue Songs, Lieder, die seit Jahren gut sind, echte Klassiker der letzten Jahrzehnte. In die ultimative Playlist sollen auch Lieder der letzten 500 Jahre. Und wenn Du dann die Playlist fertig hast, dann sollen die Noten und Lied-Sheets der Songs in einem Buch abgedruckt werden.

Glück als Messwert

Glückwünsche gehen raus an Erfurt. Die Stadt ist laut Glücksatlas 2026 die glücklichste Großstadt Deutschlands. Irgendwas scheinen die da richtig zu machen. Mit 7,74 Punkten liegt Erfurt vor Augsburg und Düsseldorf. Gründe dafür sind vergleichsweise niedrige Mieten, hohe Umweltqualität und eine recht gute wirtschaftliche Lage. Auch Halle hat sich weiter verbessert: von Platz 14 im letzten Jahr auf Platz 12. Leipzig lag 2025 noch direkt dahinter auf Rang 15 – und ist jetzt nur noch auf Platz 24.

Kein Markt ohne Regeln

„Der Markt muss das regeln“ oder „Mehr Wettbewerb, weniger Planwirtschaft“ – Solche Sätze hört man in den letzten Jahren öfter – von Parteien wie CDU, CSU und FDP. Seltsam eigentlich. Denn einen Markt ohne Regeln gibt es gar nicht. Und einen demokratischen Staat ohne mehr oder weniger langfristige Ziele (also einem Plan) eigentlich auch nicht. Wer Wirtschafts- oder Politikwissenschaften studiert, lernt das schon in den ersten Semestern.

KI kostenlos

Es fängt mit einer kurzen Frage an, und ein paar Minuten später merkst Du: Oh, krass, jetzt chattest Du schon über 20 Minuten – mit einer KI. Vielleicht ein Plausch aus Langeweile oder Du nutzt die Intelligenz der KI zur Bewältigung Deiner Aufgaben. Du musst schon noch selbst denken, aber ChatGPT, Gemini, Claude, Perplexity usw. werden immer besser. Und fast alle sind in der Basis-Version kostenlos. Und man gewöhnt sich dran.

Gutes Lob

Wenn alles gut läuft, egal ob auf der Arbeit oder im Verein oder so, dann sagt keiner was. Aber wenn einmal was schief geht, dann kommt gleich ne Beschwerde. Kennste? Ja, ist nachweislich so. Es gibt ja auch den Spruch: „Keine Beschwerde ist Lob genug“. Naja, fühlt sich aber nicht so gut an. Und stimmt auch nicht.

No-RCP8.5-Party

Ey, eigentlich könnten wir echt mal feiern. Als Welt. Weil wir was erreicht haben. Die Klimawissenschaft hat das extremste Worst-Case-Szenario gestrichen. Dieser Worst Case würde bedeuten, dass bis zum Jahr 2100 die Durchschnittstemperatur auf 4,8 Grad steigt. Das wäre so unglaublich beschissen, dass in vielen Regionen der Erde kein menschliches Leben mehr möglich wäre. Dieses Szenario war für den Fall vorgesehen, dass wir nix in Richtung Klimaschutz machen. – Aber die Welt hat gehandelt.

Ohne ‚links‘ und ‚rechts‘

Wie wäre es, wenn wir alle mal zwei Wochen lang statt „links“ und „rechts“ einfach „progressiv“ und „konservativ“ sagen? Oder mit noch normaleren Worten: „zukunftsfähig“ und „vergangenheitsorientiert“. Dann würde es in politischen Reden nicht von der einen Seite heißen, „die Zeit der linken Ideen sei vorbei“ und von der anderen Seite nicht „Hören Sie auf mit Ihrer rechten Politik“. Vielleicht würde es dazu führen, dass Rednerinnen und Redner einfach mal erklären, warum ihre Idee zukunftsfähig ist. Oder warum sie es ehrlich richtig finden, sich an der Vergangenheit zu orientieren.

Ebola im Kongo

Ebola klingt für viele nach einer Krankheit von weit weg. Nach einem Schlagwort aus den Nachrichten, das kurz auftaucht und dann wieder verschwindet. Aber gerade in der Demokratischen Republik Kongo ist das sehr konkret: Hunderte bestätigte Fälle, Dutzende Tote, fast tausend Verdachtsfälle – und Menschen, die nicht wissen, ob Hilfe rechtzeitig kommt.

Eintritt für eine Kirche

Eins der krassesten Gebäude in Deutschland kannst du aktuell noch kostenlos besuchen. Noch, denn der Kölner Dom kostet bald Eintritt. Zwölf Euro für alle, die ihn als Sehenswürdigkeit besuchen wollen. Wer beten oder zum Gottesdienst kommt, kann natürlich weiter kostenlos rein. Klingt irgendwie komisch.

Longevity-Trend Wunsch oder Angst

Longevity – das ist gerade eines dieser Wörter, die plötzlich überall auftauchen. In Podcasts, auf Instagram und in Fitnessstudios. Gemeint ist nicht einfach nur: älter werden. Sondern: möglichst lange gesund, fit, klar und leistungsfähig zu bleiben. Der Trend verschiebt sich dabei gerade sichtbar vom alten „Anti-Aging“ hin zu „healthy aging“ oder „functional longevity“ – also länger gut leben statt nur länger.

Was bringt Bestrafung?

Wenn du was Schlimmes anstellst, dann wirst du bestraft. Das lernen schon kleine Kinder. Wenn jemand etwas Falsches tut, dann muss doch etwas passieren. Deshalb gibt es Strafen. Strafen soll Grenzen markieren. Sie sollen zeigen: So geht es nicht. Sie sollen schützen, abschrecken und Gerechtigkeit wiederherstellen. Aber die Frage ist: Tun sie das wirklich?

Coole Orte

Eigentlich ist ja noch gar kein Sommer, und trotzdem hat sich’s die letzten Tage schon so angefühlt. Für alle, die sich nicht an schattigen, kühleren Orten aufhalten können, ist das echt heftig. Und der Sommer kommt ja erst noch. In manchen Regionen gibt’s deshalb jetzt schon Initiativen für die heißen Tage, die noch kommen.

Fortpflanzen im All

Das Leben ist ein Wunder. Tag 14 bis 21 sind entscheidend. In dieser einen Woche, zwei Wochen nach der Befruchtung einer menschlichen Eizelle, entwickeln sich alle menschlichen Organe. Was genau da passiert, weiß man noch kaum, weil bis vor kurzem menschliche Embryonen nur bis zum 14. Tag im Labor für Versuche genutzt werden durften, damit man eben keine Versuche an einem künftigen Menschen durchführt. Aber jetzt gibt es einen Versuch – im All.

Zwischen Skepsis und Misstrauen

Vertrauen klingt erstmal weich. Fast ein bisschen harmlos. Dabei hängt ziemlich viel daran. Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, hat diese Woche gesagt: Unsere Gesellschaft erlebt gerade eine Welle des Misstrauens. Und ehrlich gesagt, das spürt man ja. Viele trauen der Politik nicht, den Medien nicht, der Wissenschaft nicht, manchmal nicht mal mehr den eigenen Nachbarn. Über allem liegt schnell der Verdacht: Da stimmt doch was nicht.

Generation Auswandern

Bleibe ich – oder gehe ich? Suche ich mir woanders ein besseres Leben, oder versuche ich hier etwas aufzubauen? Das klingt erstmal wie eine sehr persönliche Entscheidung. Die Studie „Jugend in Deutschland 2026“, die seit dieser Woche online abrufbar ist, zeigt: 21 Prozent der 14- bis 29-Jährigen haben konkrete Pläne, Deutschland zu verlassen. Weitere 41 Prozent können es sich grundsätzlich vorstellen.

Deutschland hat die Größte

Deutschland hat die Größte! Hab ich bis vor ein paar Tagen nicht gewusst, und ich find’s mega spannend: Die größte Flusswärmepumpe Europas steht in Mannheim – mit 150 Megawatt. Und da bauen sie gerade noch eine. Die soll die weltweit größte Flusswärmepumpe werden; 165 Megawatt.

Zivilgesellschaft unter Druck

Okay, kleines Ratespiel: Nenn mal drei Länder, in denen es Meinungsfreiheit, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit gibt und zwar umfassend; also drei Länder, in denen die Zivilgesellschaft richtig offen ist, da steht die Ampel auf richtig grün. Drei Länder. Und gleich zähl ich die Länder auf, in denen das tatsächlich so ist.

Semsrott in Magdeburg

Eine Lesung in einer Stadtbibliothek: Bücher, Stühle, ein bisschen Diskussion; eigentlich klingt das harmlos. Und doch ist daraus in Magdeburg gerade ein Politikum geworden. Der Journalist und Aktivist Arne Semsrott sagt, er sei von einer Lesung in der Stadtbibliothek ausgeladen worden. Die Stadt sagt: nicht ausgeladen, nur verlegt – in den Moritzhof. Dazwischen steht der Verdacht, dass politischer Druck eine Rolle gespielt haben könnte.

Die Welt ist positiver als in Deiner Timeline

Hey, bist Du gerade mal wieder am Doomscrollen? Du scrollst durchs Handy und siehst viele beunruhigende und negative Nachrichten? Und dann gibt es auch noch Nachrichten darüber, wie Politiker sagen, die Lage sei schlimm. – Stopp mal! Leg das mal kurz zur Seite! Denn das ist nur ein Teil der Wirklichkeit!

Rückschlag

Erst sah es so aus, als läuft es bei nem Freund von Dir echt gut, und dann: der Rückschlag. Er hat ne Kündigung bekommen – aus betrieblichen Gründen. Der Schock ist groß, Du merkt, ihm geht’s echt nicht gut damit. Er zweifelt, ob er vielleicht doch zu schlecht gearbeitet hat. Wenige Monate vorher hatte er sogar eine Gehaltserhöhung bekommen, Vorgesetzte und Kollegen haben ihm immer wieder gesagt, er sei ein guter Mitarbeiter. Trotzdem zweifelt er jetzt an sich selbst.

Was ist die EU für dich

Stell dir vor, du wächst auf an einer Grenze. Auf der einen Seite: dein Dorf und auf der anderen: schon ein anderes Land. Früher war das eine Schranke, Stempel, manchmal Stacheldraht. Heute fährst du einfach rüber. Ich red nicht über Ost und West, ich red über Europa oder die EU.

Seelsorge hilft nicht nur Christen

Wenn es wirklich schwer wird, sagen viele erst mal: „Ich will niemandem zur Last fallen. Ich komm schon klar irgendwie“. Gleichzeitig zeigt eine neue repräsentative Umfrage: Die große Mehrheit in Deutschland hält Seelsorge für wichtig. 81 Prozent sagen, sie kann in Krisen ein verlässlicher Anker sein. Also dann, wenn Trauer da ist, Krankheit, Einsamkeit, familiäre Konflikte oder psychische Belastungen.

Das große Zuhause

Wo ist eigentlich Dein Zuhause und wie groß ist es? Ich meine jetzt nicht, wie groß Deine Wohnung oder dein Haus ist, sondern eher so geografisch. Ist Dein Zuhause Deine Adresse? Dein Ort? Dein Bundesland? Dein Land? – Astronaut Alexander Gerst hat gesagt, als er auf der Raumstation war, da hat er erlebt, wie sich das geändert hat.

Meinungsfreiheitsgefühl

Sagst Du gerne Deine Meinung? Oder lieber nicht, weil Du denkst oder weißt, dass Deine Meinung nicht so gut ankommt? Laut der bekannten Allensbach-Umfrage hatten Jahrzehnte lang rund 80 Prozent der Menschen das Gefühl, ihre Meinung frei sagen zu können. Aber seit ein paar Jahren sind die Zahlen schlechter, zuletzt haben 46 Prozent gesagt, sie empfinden Meinungsfreiheit. Das ist weniger als die Hälfte.

„Das kann ich mir nicht leisten“

Wenn Du sagst „Das kann ich mir nicht leisten“, wie meinst Du das? Komische Frage, ist doch klar: Man hat nicht genug Geld, um sich eine bestimmte Sache kaufen zu können. Dann hab ich gleich die nächste komische Frage: Was meinst Du denn, wenn Du sagst, Du hast dafür nicht genug Geld?

Radioaktiv

Heute vor 40 Jahren gab es eine der heftigsten Explosionen ever: Im Atomkraftwerk Tschernobyl explodierte der Reaktor. Die 1.000 Tonnen schwere Decke des Gebäudes wurde dabei in die Luft gesprengt, radioaktive Gase und Stoffe reichten kilometerweit in die Atmosphäre, verteilten sich im direkten Umfeld und über die Winde in Europa und darüber hinaus.

Betroffene und Profis einbeziehen

Mehrere Wohlfahrtsverbände sind entsetzt und empört: Da arbeitet seit Monaten eine Gruppe von Bund, Ländern und Kommunen an Vorschlägen, wie der Staat im Bereich Kinder- und Jugendhilfe Kosten sparen könnte. Dann hat jemand dem Paritätischen Wohlfahrtsverband ein Dokument zugespielt, in dem auf gut 100 Seiten Vorschläge zur „Effizienzsteigerung“ stehen – und der hat es veröffentlicht. Denn viele Vorschläge sorgen auch nach Meinung der Diakonie nicht für sinnvolle Effizienzsteigerung, sondern würden krasse Einschnitte bedeuten.

Verlässliche Väter

Diese Woche ist wieder viel über Familienpolitik gesprochen worden, auch im Bundestag. Und dabei taucht ein alter blinder Fleck auf: Väter kommen oft gar nicht richtig vor. In Gesetzen, in Debatten, in Bildern von Familie. Da gibt es die Mutter mit Kind. Und irgendwo daneben vielleicht noch den Vater. Aber eher als Helfer als als gleichwertige Bezugsperson.

„Harte Hand“ und „gute Hirten“

Wäre das eine Lösung? Wenn es eine krasse Person gäbe, die mal „mit starker Hand durchgreift“? Ungefähr jeder fünfte Mensch in Deutschland kann sich einen solchen Führer vorstellen. Vielleicht auch eine Führerin? Die Autoritarismus-Studie von 2024 und auch der aktuelle Deutschland-Monitor zeigen, ungefähr ein Fünftel der Bevölkerung findet autoritäre Konzepte gut.

Erste Bundesliga-Fußballtrainerin

Marie-Louise Eta ist neue Cheftrainerin bei Union Berlin. Die erste Frau überhaupt, die ein Männerteam in der Bundesliga trainiert. Eigentlich könnte die Geschichte ziemlich einfach sein: Eine kompetente Trainerin bekommt einen Job, den sie sich erarbeitet hat. Fertig.

Aufbruch im Frühling

Vor ein paar Tagen hat’s mich gepackt: Staubsauger raus, Eimer raus, Putzlappen und los ging der Frühjahrsputz. Auch durch die Fenster kann man nun wieder durchschauen. Dann einmal die kleine Terrasse leerräumen, das Laub vom Winter fegen, das Unkraut weg, Tische und Stühle drauf, alles abwischen. Yuhu! Dann erstmal chillen auf der Liege auf der Wiese und kurz die Augen zu – und da hab ich’s gerochen: Es riecht nach Frühling. Und das ist keine Einbildung!

Ausgeliefert oder selbst was tun

Kommst Du Dir manchmal irgendwie so … ausgeliefert vor? Was kannst Du schon machen, wenn in der Welt Kriege stattfinden, die Auswirkungen auf den Weltmarkt und am Ende auf Dich hat. Für Neukunden und Bestandskunden mit monatlich flexiblen Preisen wird nach Öl und Gas auch Strom schon teurer – weil auch aus Gas Strom erzeugt wird und – vereinfacht gesagt – die teuerste Erzeugungsform den Strompreis bestimmt. Kannst Du da wirklich nichts machen?

Entwicklungshilfeziele verfehlt

Entwicklungshilfe klingt erstmal nach etwas Fernem. Nach Projekten irgendwo weit weg, mit denen der eigene Alltag wenig zu tun hat. Brunnenbau, Bildung, Gesundheitsversorgung, Krisenprävention. Alles wichtig, passiert aber eben nicht hier. Vielleicht wird deshalb genau dort oft zuerst gekürzt.

Empathisch reden und die syrische Community

Wir Menschen können etwas, das ist richtig gut: Wir können uns in andere Menschen hineinversetzen. Wir können uns vorstellen, was jemand anderes fühlt und denkt. Das klappt mehr oder weniger gut. Je nachdem formulieren wir dann selbst etwas so oder so.

Ajax Loader
Mehr laden