Klimaanpassug – Geld leihen oder schenken

Alle Staaten der Welt hatten sich 2015 in Paris geeinigt: Das Ziel ist, die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Denn +1,5 ist schon krass, aber daran können wir uns vielleicht noch anpassen – durch höhere Deiche, durch sturmfestere Gebäude, durch begrünte Innenstädte gegen die Hitze und so weiter. Kostet aber. Deshalb wurde auch beschlossen: Die reichen Industriestaaten stellen Geld bereit, damit sich auch die ärmeren Entwicklungsländer anpassen können. Auf das Geld sollten vor allem die Länder zugreifen können, die besonders stark von den zunehmenden Unwettern betroffen sind. Die Studie „Klima-Anpassungsindex“ von „Brot für die Welt“ zeigt aber, das funktioniert bisher nicht gut.

Einigung erreicht

Was ist Dir so wichtig, dass Du Dich voll reinhängst, damit es besser wird? Und wie sehr würdest Du es feiern, wenn Du es nach einigen Jahren geschafft hast, dass sich etwas verbessert? Zusammen mit den anderen, auch wenn die manches anders sehen. – Ich glaub, am Donnerstag ging es mindestens einem Menschen so im Bundestag. Da hat eine breite Mehrheit eine Reform der Notfallversorgung beschlossen.

Auf wen Du (nicht) verzichten kannst

Sind die Leute, mit denen Du jeden Tag zu tun hast, eher angenehm oder würdest Du lieber auf sie verzichten? Hoffentlich sind die meisten Kollegen und Nachbarn super. Bis auf den einen vielleicht. Der schwierige Nachbar, der wegen Kleinigkeiten immer ne Welle macht. Und die Kollegin, die jeden Tag irgendeinen Spruch bringt, der daneben ist. Im Verein sind zwei, die immer wegen irgendwas in die Haare kriegen und die Stimmung runterziehen, all die bräuchtest Du eigentlich nicht.

Ragebait

Samstagnachmittag, Kaffee bei Oma. Der Onkel rührt in seiner Tasse und sagt: „Die jungen Leute wollen ja heute alle nicht mehr arbeiten.“ Dann lehnt er sich zurück. Und wartet. Dafür gibt es ein Wort: Ragebait – Wutköder. Gerade auch zum Jugendwort des Jahres gekürt. Es kommt aus dem Internet: Posts, die einen absichtlich auf die Palme bringen sollen. Wut bringt Kommentare, Kommentare bringen Reichweite. Und Reichweite bringt Geld. Aber das Prinzip funktioniert auch ohne Handy im echten Leben.

Ort der Verständigung selbst schaffen

Was zur Hölle ist mit diesen Menschen los, die bei den Landtagswahlen so gewählt haben, wie Du es auf keinen Fall machen würdest!?! Und die denken sowas ähnliches wahrscheinlich auch über Dich. So kann’s doch nicht weitergehen. Man müsste die Leute mal zusammenbringen. Aber wie?

Aufgeben oder dranbleiben

Erst war dein Kind Feuer und Flamme. Das Instrument wurde gekauft, jede Woche geht es zum Unterricht. Und jetzt steht es plötzlich vor dir und sagt: „Ich will da nicht mehr hin.“ Vielleicht ist die Sache ganz einfach. Kindheit ist schließlich zum Ausprobieren da. Nicht jedes Hobby muss zur Leidenschaft fürs Leben werden. Und wenn du dein Kind jede Woche zum Klavierunterricht schleifst, obwohl es längst keine Freude mehr daran hat, lernt es vielleicht vor allem eines: Meine Eltern entscheiden, wann ich aufhören darf.

Kirchenasyl unter Druck

Kirchen waren in der Geschichte immer wieder Zufluchtsorte für Verfolgte. Aus dieser Tradition gilt in Deutschland bis heute: Wenn der Staat Asyl für einen Menschen ablehnt, die Kirchen aber sehen, dass die Behörden eine besondere Härte übersehen, dann kann sie diesen Menschen unter ihrem Dach trotzdem aufnehmen und die staatlichen Behörden mit einem Dossier um eine erneute Prüfung bitten. Aber in den letzten Jahren wird das Kirchenasyl angegriffen, sagt Karl Kopp von der Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisation Pro Asyl.

Ängste

Hast Du Angst davor, dass Du im Alter Deinen Lebensstandard nicht halten kannst – auf einer Skala von 1 (keine Angst) bis 7 (sehr große Angst)? Hast Du Angst davor, dass Politikerinnen und Politiker von ihren Aufgaben überfordert sind? – Zu vielen verschiedenen Ängsten wurden für die Studie „Die Ängste der Deutschen“ 2.400 Personen ab 14 Jahren befragt. Diese Studie von der R+V-Versicherung gibt’s seit 1992. Jedes Jahr aufs Neue. So kann man über die Jahre Veränderungen sehen.

Weltklimarat unabhängig

Es gibt ein Vorgang, der auf der Erde passiert, der ist so bedeutsam und hat so viele Auswirkungen, dass sehr viele Wissenschaftler daran forschen: der Klimawandel, die Erderhitzung, die durch Prozesse geschieht, die die Menschheit mit ihrer Industrie in Gang gesetzt hat, vor allem durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. Die Veränderungen durch das CO2 in der Atmosphäre sind so dramatisch, dass Politikerinnen und Politiker verstehen sollten, was da passiert. Dafür gibt es den Weltklimarat (IPCC).

Posten, aber nicht unangenehm

Was manche Leute so für’n Mist erzählen, da kann man sich richtig drüber aufregen. „Der hat sie ja wohl nicht mehr alle“ – oder noch schlimmere Dinge. Die sag ich jetzt mal nicht, weil … naja, ich weiß nicht, ob mir das nicht später dann doch sehr unangenehm wäre, wenn ich das jetzt alles aussprechen würde.

Erntedank

Je weiter außerhalb der Stadt Du wohnst, desto wahrscheinlicher ist es, dass dieses oder nächstes Wochenende die Kirche besonders schön geschmückt ist und dort zusammen gefeiert wird: beim Erntedankfest. In manchen Orten ziehen junge Leute mit dem Handwagen durch die Straßen und sammeln Erntegaben ein: leuchtende Kürbisse, Kohl, Maiskolben, Äpfel, Birnen, Kartoffeln, und was die Leute sonst noch so im eigenen Garten geerntet haben.

Ärger beim VfL Halle 96

Wer den VfL Halle 96 mal spielen gesehen hat, weiß: Diese Fans sind keine klassischen Ultras. Immer gute Stimmung egal wie es steht und ziemlich laut für so einen kleinen Verein; aber so ganz ernst nehmen sie sich nicht. Von den Liedtexten bis zum Spruchband, alles immer irgendwie mit einem Augenzwinkern.

Standort mit dem Partner teilen

„Bin gut angekommen.“ Früher war das eine klassische Nachricht, heute reicht schon ein Blick aufs Handy. Jeder Siebte teilt seinen Standort nicht nur mit freunden sondern auch dauerhaft mit der Partnerin oder dem Partner. Bei den Jüngeren fast jeder Vierte. Du siehst, ob dein Partner noch im Büro ist, schon auf dem Heimweg oder nachts sicher zu Hause angekommen ist.

Klima (un-) wichtig, oder weißt Du noch 2019

Heute ist es genau sieben Jahre her, da sind allein in Deutschland 1,4 Millionen Menschen auf die Straße gegangen; weltweit waren es mehrere Millionen – beim globalen Klimastreik. Nach dem 20. September 2019 gab es noch eine ganze weltweite Klimawoche mit 6.000 Demonstrationen in 185 Ländern. Da war die weltweite Fridays-for-Future-Bewegung gerade ein halbes Jahr alt. Vielleicht warst Du sogar selbst dabei.

Nicht die Größe entscheidet

Heute sind wieder Landtagswahlen in zwei Bundesländern: in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin. Also werden wir wieder viele Statistiken sehen, Balkendiagramme und gefärbte Landkarten in den Farben der Parteien. Ist schon praktisch. Auf einen Blick kannst Du die Zustimmung zu den Parteien erkennen, Du siehst schnell, wer die Gewinnerpartei ist. Wobei, da geht’s schon los. Eigentlich ist es komplizierter.

Lebkuchen im September

Die Sonnencreme ist noch nicht mal leer, da liegen im Supermarkt schon wieder die Lebkuchen. Spekulatius und Dominosteine gleich daneben. Und wie jedes Jahr: großes Augenrollen. Bei einer Umfrage letztes Jahr sagten haben fast drei von vier Befragten gesagt: Weihnachtsgebäck ab September, das ist zu früh.

Ein Leben nach der Wahl

Eine Woche nach der Wahl in Sachsen-Anhalt. Wahrscheinlich weißt du inzwischen nicht nur, wie dein Ort gewählt hat, sondern auch dein Bruder, deine beste Freundin oder der Kollege am Schreibtisch gegenüber. Und wahrscheinlich war da auch die ein oder andere Entscheidung dabei, bei der du dir denkst: Wie kannst du nur?

Gute und schlechte Drohnen

Es gibt so viele neue Möglichkeiten. Beim europäischen Modell-Projekt CTRL-F testet die Hochschule Ansbach gerade ein System von Rauchmeldern an Bäumen und autonom fliegenden Drohnen, die über eine KI verbunden sind. Wenn die Sensoren Rauch aufspüren, fliegt die Drohne mit Wärmebildkamera los, stellt mit Hilfe von KI fest, was da raucht. Ist da Glut, ein kleines oder großes Feuer? Bei Bestätigung wird die Feuerwehr alarmiert und zur Brandstelle geleitet. So könnten Waldbrände künftig früh erkannt werden. Gute Sache.

Erinnerungen und (vererbte) Traumata

Die Anschläge auf das World-Trade-Center vom 11. September 2001, die Explosion des Atomkraftwerks Fukushima am 11. März 2011, der Angriff von Russland auf die Ukraine am 24. Februar 2022. Bei all diesen Ereignissen können sich sehr viele Menschen noch genau erinnern, wo sie mit wem waren. Im Gehirn passiert bei solchen Ereignissen etwas Besonderes:

Sich erden, um ins Tun zu kommen

Wann hast Du das letzte Mal im Gras gelegen? Bitte versuch mal Dich zu erinnern. Wie Du daliegst, über Dir der Himmel, die Sonne scheint in Dein Gesicht, das Gras duftet. Es fühlt sich warm an. Ein Marienkäfer läuft über Deinen Arm. – Warum ich Dich in Gedanken ins Gras entführe? Weil wir das vielleicht viel zu selten machen. Die meisten haben heute ja wirklich wenig Kontakt zur Natur.

Segen

Es gibt so Momente, da passiert etwas Besonderes. Wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, wo der Vibe einfach funktioniert zum Beispiel. Da entsteht so ne starke Verbindung zwischen zwei Menschen. Oder wenn Menschen sich was wünschen, von tiefem Herzen. Deine beste Freundin vielleicht oder Deine Schwester. Sie nimmt Dich zum Geburtstag fest in den Arm und wünscht Dir für das nächste Jahr alles Gute. Und bei ihr klingt es nicht wie eine Floskel, sondern Du spürst, wie sie das ganz tief so meint. Es fühlt sich an, als ob eine Energie zwischen Euch fließt. Mit diesen wirklich herzlichen Wünschen lädt sie Deinen Akku auf, wenn Du mal nicht gut drauf bist. – Und dann gibt es noch die Segnung.

Kinderwunsch und Krisen

Hättest Du gerne Kinder? Muss ja nicht jetzt gleich sein, sondern so grundsätzlich. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung stellt diese Frage regelmäßig und erstellt dann eine Statistik. Die neuesten Zahlen zeigen: Unter jungen Menschen sinkt der Wunsch nach eigenen Kindern. Zwischen 2021 und 2024 wollten Menschen zwischen 18 und 39 im Durchschnitt noch 1,8 Kinder bekommen. Letztes Jahr, 2025, ist der Wert auf 1,7 Kinder bei Frauen und 1,6 Kinder bei Männern gesunken.

Zocken nur Zeitverschwendung

41 Millionen Menschen in Deutschland spielen Videospiele. Nicht nur Jugendliche: Der durchschnittliche Gamer ist inzwischen ungefähr 40. Bis heute treffen sich Hunderttausende von ihnen auf der Gamescom in Köln. Trotzdem hält sich hartnäckig ein Vorwurf: Zocken ist Zeitverschwendung.

(Nicht) neutral

Was bedeutet denn eigentlich „politische Neutralität“? Das fordern ja manche, gerade jetzt, kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Dann heißt es, Institutionen sollen bitte „politisch neutral“ sein, vor allem staatliche Institutionen, Schulen, Medien, Kirchen. Beratungsstellen wie die Mobile Beratung, Lehrerverbände aber auch Forschungseinrichtungen beobachten seit einigen Jahren, dass insbesondere extrem rechte Akteure die Forderung nach „politischer Neutralität“ als Kampfbegriff verwenden.

Flut und Demut

Das sind einfach so heftige Bilder und Videos aus Nepal. So eine riesige, verheerende teils 10 Meter hohe Flutwelle, die so urplötzlich wie aus dem Nichts aus dem Himalaya-Gebirge kam. Hunderte Menschen sind dadurch gestorben. Wie viele genau, das weiß ja noch niemand, denn es gibt noch mehr Vermisste. Und es besteht die Gefahr, dass es noch weitere Sturzfluten gibt.

Spontan los

Oh, gerade hab ich von nem ziemlich coolen Konzert gehört und jetzt überleg ich ernsthaft, ob ich hinfahre. Es geht allerdings schon in fünf Stunden los, die Fahrt vier Stunden dauern, und ich hab noch keine Karte. Ahh, wird knapp. Aber eigentlich wär’s echt nice. Wie oft denkst Du über so spontane Aktionen nach?

Ewige Treue

Seit gestern geht es endlich wieder los. Die Bundesligasaison ist gestartet. Und für Millionen Fans heißt es wieder jedes Wochenende: Wie spielt mein Verein? – „Mein Verein, unsre Jungs“ … das sagt sich erstaunlich selbstverständlich. Denn während im Leben vieles kommt und geht, bleibt der Fußballverein oft ein Leben lang derselbe. Egal ob Meisterschaft, Abstieg oder zehn Jahre Mittelmaß. Das Lieblingsteam wechselt niemand einfach so.

Bekenntnis oder Gewalt

Ein Folkfestival in Galicien, Anfang August. Auf der Bühne steht eine Band, die Klezmer spielt. Und plötzlich fliegen Steine. Dobranotch wurde von Musikern aus St. Petersburg gegründet und spielt Balkanmusik, russische und auch jüdische Musik. Vorher hatten die Veranstalter gefragt: Wir unterstützen Palästina, im Publikum werden Fahnen zu sehen sein. Ist das okay? Die Band sagte: kein Problem. Nur politische Statements auf der Bühne geben, das wollen sie nicht.

Waldbrände, Unwetter, Gerechtigkeit

Jetzt 1 € ausgeben und dadurch später bis zu 4,80 € weniger ausgeben. Nice! Denn dadurch sparst Du bis zu 3,80 €. – Klingt wie ein nerviges Lockangebot, aber es geht um was ganz anderes: Wieviel teurer sind Schäden im Vergleich zu den Kosten für den Schutz vor den Schäden – in Bezug aufs Klima.

DIY vs. Dienstleistung

Bist Du eher so der DIYler oder lässt Du das mit Heimwerken und Reparieren mal lieber? Man muss ja wirklich nicht alles können. Ich zum Beispiel schraube lieber nicht am Auto rum, denn da hab ich das Gefühl, ich hab zwei linke Hände und einfach keine Ahnung. Aber ne Bohrmaschine bedienen, Lampen aufhängen, Möbel aufbauen – läuft.

Zwangsräumung psychisch zu heftig

Ne Zwangsräumung ist schon ne heftige Sache. Da wird Dein Schloss ausgetauscht, Deine Wohnung geräumt und eingelagert, und Du stehst ohne Wohnung da. Das passiert natürlich nicht einfach so, sondern ne Zwangsräumung gibt’s nur nach ner Räumungsklage und wenn ein Gericht einen Räumungstitel ausgesprochen hat. Und dafür muss schon einiges passiert sein. Trotzdem gibt’s Fälle, da geht das einfach nicht. Das Bundesverfassungsgericht hat darüber gerade in einem Fall entschieden.

Fertig mit der Arbeit

Das ist dir vielleicht selbst letzte Woche passiert: Du bist schon um zwei Uhr mit allem fertig. Die Mails sind beantwortet, die Aufgaben erledigt, für heute steht nichts mehr an. Feierabend wäre eigentlich logisch. Nur sitzen um dich herum alle noch vor ihren Bildschirmen. Also bleibst du auch.

Segen zum Neuanfang

Die Ferien sind zu Ende, die Schule geht wieder los. Für die Kinder, die in die erste Klasse kommen, ist das besonders aufregend. Für die beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Auch für alle, die auf eine andere Schule wechseln, beginnt was Neues. Und wenn Du jetzt ne Ausbildung startest, dann ändert sich auch richtig viel. Machst Du das einfach so, ganz locker, oder bist Du mega aufgeregt? Oder irgendwas dazwischen?

Alles zurücklassen

Eine Tasche. Mehr nimmst du nicht mit, sonst fällst du auf. Kein Fotoalbum, kein Abschiedsbesuch bei Oma. Denn Abschied verrät dich. Sommer 1961. Wer aus der DDR raus will, geht durch Berlin, das letzte Schlupfloch. Allein am letzten Tag waren es rund 2.400 Menschen. Dann, über Nacht: Stacheldraht quer durch die Stadt. Später Beton. Am Donnerstag war das 65 Jahre her.

Verantwortung füreinander

20 bis 30 Prozent der Menschen in Deutschland sind Singles bzw. leben alleine; je nachdem, wie man zählt. – Verheiratet hingegen sind insgesamt 50 Prozent. Ehepartner übernehmen dabei füreinander Verantwortung und erhalten gleichzeitig automatisch per Gesetz mehrere Rechte. Wenn es aber so viele allein Lebende gibt, wie wäre es, wenn auch die füreinander besondere Verantwortung übernehmen könnten?

Kennzeichnung von KI

Lisa vom Kundenservice ist immer freundlich, antwortet in Sekunden, macht nie Feierabend. Kein Wunder: Lisa ist keine Person, Lisa ist ein Programm. Genau das muss sie dir jetzt sagen. Seit ein paar Tagen gelten die Transparenzregeln des EU-KI-Gesetzes. Chatbots müssen sich beim ersten Kontakt als KI zu erkennen geben. Täuschend echte KI-Videos brauchen ein Kennzeichen, ungeprüfte KI-Texte auch. Wer trickst, riskiert bis zu 15 Millionen Euro Strafe.

Windradrealität

Es gibt ne gute Nachricht für uns in Deutschland: Die Stromversorgung ist ziemlich sicher, obwohl es so heiß ist – sagt Forscher Hagen Koch. Der Grund: Der Anteil von Wind- und Solarstrom ist schon ziemlich hoch, über 60 Prozent. Koch ist Hydrologe am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und sagt, „wenn wir noch den Kraftwerkspark von vor 25 Jahren hätten, dann hätten wir jetzt ein riesiges Problem“. Weil Atom- und Kohlekraftwerke sehr viel Kühlwasser brauchen. Bei Hitze und niedrigen Wasserständen in den Flüssen ist das ein Problem, wie Du jetzt in Ungarn und Rumänien sehen kannst.

Wasserstopp im Garten

Mit der Gießkanne durch den eigenen Garten schleichen. Im Dunkeln, damit es keiner sieht. So weit sind wir in diesem Sommer schon gekommen. Über 80 Landkreise, Städte und Wasserversorger schränken die Wasserentnahme ein, quer durch Deutschland, von München bis Sachsen-Anhalt. Meistens heißt das: kein Wasser mehr aus Flüssen, Bächen und Seen pumpen. Manche Kreise gehen noch weiter: kein Rasensprengen und kein Blumengießen mehr. Mal gilt das nur tagsüber, mal rund um die Uhr. Aber wer erwischt wird, riskiert im Extremfall ein Bußgeld von bis zu 100.000 Euro.

Hungersteine

„Wenn Du mich siehst, dann weine!“ – Das sage nicht ich, sondern ein Stein. Der trägt diesen Text als Inschrift. Er ist ungefähr sechs Kubikmeter groß, und normalerweise kannst Du ihn nicht sehen, denn er liegt in einem Flussbett der Elbe und ist von Wasser bedeckt. Nur jetzt, wenn die Elbe fast trocken ist, dann kommt er zum Vorschein, der „Hungerstein“ in der Elbe bei Decín (Tetschen) im Norden Tschechiens. Es gibt viele solche Hungersteine. Sie haben eine lange Geschichte.

Wie freiwillig ist Leihmutterschaft

Ein Paar wünscht sich seit Jahren ein Kind. Sie haben alles versucht. Nichts hat funktioniert. Schließlich erklärt sich eine andere Frau bereit, das Kind für sie auszutragen. Nach neun Monaten gibt sie das Baby ab – so wird es vereinbart. Leihmutterschaft heißt das.

Nebenjob Kinderbetreuung

Die größte Kita Deutschlands ist kein Gebäude mit Personal und Warteliste. Sie heißt Oma und Opa. Fast jedes zweite Kind unter sechs wird in Deutschland von den Großeltern mitbetreut; mal spontan, mal jede Woche fest. Nach der Kita, weil beide Eltern arbeiten oder auch mal Zeit für sich brauchen. Ohne die Großeltern läuft in vielen Familien gar nichts.

Anders denken

Es gibt Menschen, die fallen auf, weil sie sich etwas anders als die meisten verhalten. Sie stellen zum Beispiel Fragen, auf die Du im Leben nicht kommen würdest. Vielleicht, weil das Thema eigentlich gerade nicht dran ist – oder weil manche Menschen Themen schon früher kommen sehen als die meisten. Nervt manchmal. Aber ist auch voll der Gewinn für alle.

Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist eigentlich ein Buzzword; genau wie seine Abkürzungen KI und AI. Apps, Smartphones und andere Geräte haben jetzt teilweise „AI“ mit in der Produktbezeichnung – aus Marketinggründen. Dabei wird durch das Wort „Künstliche Intelligenz“ gar nicht wirklich klar, was gemeint ist. Aber klingt halt modern, verkauft sich gut. Oder klingt es für Dich eher beängstigend, wenn eine Maschine intelligent ist?

Keine Angst

„Keine Angst“ – über den neuen Song von Danger Dan reden seit Donnerstag quasi alle; vor allem, weil das ZDF ihn und den Pianisten Igor Levit ausgeladen hat – ganz kurz vor der Aufzeichnung der 100. Sendung der „Anstalt“; Thema: „Politische Radikalisierung und Wehrhaftigkeit der Demokratie“. Das ZDF sagt, der Text des Songs könnte als Aufruf zur Gewalt verstanden werden. Die Künstler sprechen von Zensur. Die Redaktion der „Anstalt“ distanziert sich von des Senders. Seit Freitag kannst Du Dir den Song anhören und selbst eine Meinung bilden.

Fischstäbchen oder Ukraine

Ausgerechnet Fischstäbchen stehen gerade sinnbildlich für die Russlandpolitik der Europäischen Union. Eigentlich wollte die EU in dieser Woche ihr 21. Sanktionspaket gegen Russland beschließen. Daraus wurde aber nichts. Immerhin konnten sich die Mitgliedstaaten darauf einigen, den bisherigen Preisdeckel für russisches Öl erstmal beizubehalten. Ohne diese Entscheidung wäre er am Mittwoch automatisch gestiegen, dann hätte Russland sogar mehr Einnahmen erzielt.

Entmenschlichung verstehen

Warum gibt es Gewalt, Krieg, Rassismus und Antisemitismus? Warum reicht es oft, dass jemand anders aussieht, anders glaubt oder anders lebt? Warum hassen Menschen andere Menschen? Studien aus der Sozialpsychologie und Gewaltforschung sagen grob: Hass und Gewalt entstehen besonders dort, wo Menschen sich bedroht, gedemütigt oder ihrer Kontrolle beraubt fühlen. Und mit der Idee, schuld daran müsse jemand anderes sein.

Das Leben vor der Tür

Kennst Du Dich besser darin aus, was in der Welt so passiert oder was in Deinem Dorf los ist? In den letzten 15 bis 20 Jahren hat sich die Aufmerksamkeit verändert. Und dadurch passiert heute etwas, das früher seltener war: Menschen wohnen in einem Ort, aber was dort so geht, das wissen sie nicht. Sie holen sich Infos hauptsächlich aus Sozialen Medien und Websites, halten Kontakt über Messenger-Apps, auch aus dem Radio und Fernsehen. Wenn dort die Veranstaltungen, Vereine und Aktionen im Dorf nicht vorkommen, dann wissen manche Leute gar nichts davon. Erstrecht, wenn sie ansonsten meistens 15 Kilometer weiter in der Stadt sind, wo ihre Freunde und Familie sind.

Angriff auf die Informationsfreiheit

Du willst wissen, warum vor deiner Haustür monatelang gebaut wird, obwohl kaum etwas vorangeht. Oder weshalb ein Ministerium Millionen für etwas ausgegeben hat, das schief gelaufen ist. Oder wer sich mit wem getroffen hat, bevor eine wichtige Entscheidung gefallen ist. Genau für solche Fragen gibt es das Informationsfreiheitsgesetz.

(Menschliche) Musik

Ich finde es so genial, dass wir Menschen dazu in der Lage sind, Musik zu machen. Dass sie Gefühle, Stimmungen, Gedanken nicht nur in Worten sondern auch durch Sound, Melodien und Gesang ausdrücken können. Musik kann so krasse Gefühle in Dir auslösen. Du kannst mitfühlen. Oder Du fängst unweigerlich an mitzuwippen oder zu tanzen. Dass Menschen bei anderen Menschen so etwas bewirken können, ist einmalig. – Und dann stellst Du fest: Diesen Sänger, mit dieser genialen Stimme, die gibt’s gar nicht. Und die Musikerin, die den Song komponiert und produziert hat, auch nicht. Das war alles eine KI. Und jetzt?

Urlaub, nur ein Traum?

Fährst Du diesen Sommer eigentlich in Urlaub? Oder kannst Du Dir das einfach nicht leisten? 21 Prozent der Menschen in Deutschland haben nicht das Geld, um wenigstens eine Woche im Jahr zu vereisen, also jeder fünfte. Das sind mehr geworden in den letzten Jahren. 2019 waren es noch 16 Prozent. Damit nähern wir uns dem EU-Durchschnitt an. Europaweit können sich 28 Prozent keinen Urlaub leisten.

Wenn Regeln nicht für alle gelten

Es wird als der große Skandal der WM 2026 in Erinnerung bleiben: Der Fall um den US-Stürmer Folarin Balogun. Balogun hat gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen. Eigentlich heißt das: mindestens ein Spiel Sperre. Im Fall Balogun hat die FIFA die Sperre aber dann zur Bewährung ausgesetzt, sodass er im Achtelfinale gegen Belgien doch spielen durfte. Grund dafür war wahrscheinlich der Anruf von Präsident Trump beim Fifa-Chef Gianni Infantino.

Totengedenken jetzt

Es gibt Ereignisse, da sind wir kollektiv in Trauer. Wenn mehrere Menschen bei einem Unglück plötzlich sterben oder wenn ein Mensch andere Menschen tötet, wie am Montag in Stade. Da sind sechs Menschen gestorben. Es ist sehr menschlich, dass uns das erschüttert; die einen mehr, die anderen weniger stark. Vielleicht denkst Du jetzt einen Moment an sie.

Pluralistische Ignoranz

Es gibt ein interessantes Phänomen. Wenn Du in einer Gruppe bist und dann sagt einer: „Hat noch jemand eine Frage?“, dann fragt oft niemand, obwohl viele noch Fragen haben. Aber man denkt, den anderen geht’s bestimmt anders als mir, frage ich lieber mal nicht. In der Sozialpsychologie nennt man das „pluralistische Ignoranz“. Die Mehrheit einer Gruppe nimmt an, dass die meisten anderen Gruppenmitglieder etwas anderes denken als sie selbst.

Piusbrüder exkommuniziert

Tradition in der Kirche klingt erstmal harmlos. Nach alten Liedern, vertrauten Ritualen, vielleicht ein bisschen mehr Weihrauch. Aber bei den Piusbrüdern geht es um deutlich mehr. Sie lehnen zentrale Reformen der katholischen Kirche ab – darunter Religionsfreiheit, das moderne Verständnis von Kirche und die Ökumene – also die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche.

Beeindruckende Menschen

Es gibt Menschen, die beeindrucken mich. Die stehen nicht groß im Rampenlicht, die sind einfach zur Stelle, wenn man sie braucht. Zum Beispiel das Team von 25 Johannitern und 2 Maltesern, die am Dienstag zusammen nach Venezuela ins Erdbeben-Katastrophen-Gebiet geflogen sind – in einer Frachtmaschine der Bundeswehr.

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