Kein Tempo 130, und jetzt?

Wie oft kann man über dasselbe Thema diskutieren und abstimmen? Ergebnis der neuesten Abstimmung im Bundestag über ein allgemeines Tempolimit von 130 auf Deutschlands Autobahnen? Abgelehnt mit 78 Prozent. Und die Bevölkerung? Etwas mehr als die Hälfte ist dafür. Laut einer aktuellen Umfrage von Yougov sind 56,5 Prozent der Menschen in Deutschland dafür. Und jetzt? Thema erledigt?

Türken beten für den Krieg

Die Sache mit dem Beten und dem Krieg hat eine lange Tradition. Wenn Soldaten in den Krieg ziehen, dann sind meist auch Vertreter der Religionen nicht weit. Sie beten um Schutz und Segen für die Soldaten, und manchmal – voll krass – sogar um Gottes Segen für die Waffen. Das ist nicht erst seit Adolf Hitlers Zeiten so.

Entwicklung hilft

Wenn Du von Hilfsprojekten hörst, findest Du das gut und bist überzeugt, die Unterstützung ist gut für die Entwicklungs- und Schwellenländer – oder weißt Du eigentlich gar nicht so genau, wie das funktioniert? Til Schweiger sagt dazu in einem Video, er hat sich frisch verliebt, „und zwar in das, was Janina macht“.

Kirchenasyl gerichtlich gestärkt

„Ich respektiere als Christ die Tradition des Kirchenasyls, und ich betrachte das Kirchenasyl als hilfreiche und erhaltenswerte ‚Ultima Ratio’ in besonders gelagerten Härtefällen.“ Das hat Innenminister Horst Seehofer von der CSU im Dezember 2018 gesagt.

Kasse zahlt Gespräche über das Sterben

„Über das eigene Sterben zu reden“ zahlt die Kasse. Und diese „Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase“ wie es offiziell im relativ neuen Gesetz heißt, wird kräftig in Anspruch genommen. 2,6 Millionen Euro haben die Kassen für solche Gespräche über das eigene Lebensende in der ersten Jahreshälfte überwiesen.

Beta Writer, KI und Buchautor(in)

Beta Writer hat sein erstes Buch veröffentlicht. Oder muss ich sagen, ihr erstes Buch? – Beta Writer ist eine Künstliche Intelligenz, die einen kompletten Text geschrieben hat, den ein Wissenschaftsverlag als Buch gedruckt hat. Titel: „Lithium-Ion Batteries“, eine Zusammenfassung über den aktuellen Forschungsstand zu Litium-Ionen-Batterien.

Positive Bilder nach Attentat von Halle

Vergiss es – der Täter von Halle verdient keine Aufmerksamkeit. Wer das war? Wurscht. Wichtig für die Polizei. Klar. Aber uns Leserinnen, Radiohörer, Fersehgucker – uns sollte interessieren: Was ist da geschehen. Die Opfer verdienen Aufmerksamkeit. Was sagen sie, was wünschen sie sich an Solidarität, an Schutz?

Understatement ist interessanter als Protzen

Wie wichtig ist es Dir, anderen zu zeigen, was Du hast und was Du kannst? Fährst Du gerne mit nem dicken Auto rum, weil’s cool ankommt, oder einfach weil’s geil ist? Oder kommt’s Dir eigentlich gerade gar nicht drauf an, in welcher Karre Du rumfährst, aber mit Deinem Bike willst Du schon auch ein Zeichen setzen?

Steuermittel fürs Freude-Machen

Albert Longini aus Zürich hat einen Leserbrief geschrieben. In der Neuen Zürcher Zeitung berichtet er, dass ein friedliebender älterer Herr, der selber keine Kinder hat, an verschiedenen Orten in Zürich den Kindern und Enkeln anderer Eltern eine Freude macht. Wie? Indem er vor ihren Augen möglichst grosse Seifenblasen steigen lässt. Oft können die Kinder sich auch selber im Blasen-Steigen-Lassen üben. Er selbst habe den Pensionär schon an verschiedenen Orten in der Stadt beobachtet, immer an öffentlichen Plätzen außerhalb des Verkehrs. Geld oder Spenden hat der Seifenblasenmann keins angenommen. Er heißt Gunner Jauch. Nun hat die Zürcher Polizei Gunner Jauch angezeigt und das zuständige Bezirksgericht hat ihm ein Bußgeld aufgebrummt.

Gründer wie Sekten-Führer

Steve Jobs, Elon Musk, Mark Zuckerberg: Alles berühmte Gründer von großen Startups, die im Mittelpunkt ihrer Firma stehen oder standen. Und es sind auch krasse, eigentümliche Personen. So erzählt das jedenfalls Lorne Dawson, Soziologe für Religion an der University of Waterloo.

Kommentar erst laut vorlesen

Wenn Du findest, dass jemand anderes so richtig Mist erzählt, dann denkst Du sowas wie „der hat ja wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank“ – oder wahlweise auch noch wesentlich schlimmere Dinge. Die sag ich jetzt mal nicht, weil … naja, ich weiß nicht, ob mir das nicht später dann doch sehr unangenehm wäre, wenn ich das jetzt alles aussprechen würde.

Wenn die Kirche apelliert

Es gibt manchmal Bilder, die zeigen die Not und das Leiden von Menschen, und du kannst nicht weggucken. Wenn es zu viele solcher Bilder gibt, dann schalten wir Menschen ab. Ganz klar. Das ist auch okay und eine Art Selbstschutz. Wir wollen und müssen ja schließlich auch mit uns selber achtsam umgehen.

Katastrophe vorhersehbar

Auf der griechischen Insel Lesbos hat es letztes Wochenende im Flüchtlingslager Moria gebrannt. Zwei Menschen sind gestorben. Schlimme, traurige Sache, ganz klar. Eigentlich ist es aber nicht nur schlimm und traurig, sondern eine Katastrophe, sagen mehrere Menschenrechtsorganisationen wie „Pro Asyl“ und „Ärzte ohne Grenzen“. Denn: Dass sowas passiert, war vorhersehbar. Im Flüchtlingslager Moria sind derzeit ungefähr 13.000 Menschen – ausgelegt ist es für 3.000.

Gleichberechtigung in der Kirche

Im Oktober ist Wahl. Und es stehen 11.500 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl. Das ist mal eine Ansage. Gewählt wird in etwa 2000 evangelischen Kirchengemeinden Mitteldeutschlands. Dass sich da 11.500 Leute zur Verfügung stellen, um ehrenamtlich Verantwortung für Bau- und Personalfragen, Gottesdienstgestaltungen, Kita-Bauten oder Altenheime und Friedhofsordnungen zu übernehmen, das ist schon eine Größenordnung, die sich sehen lassen kann. Der erst kürzlich in sein Amt als Chef der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland eingeführte Landesbischof, Friedrich Kramer hofft jetzt auf eine ebenso große Wahlbeteiligung. Wahlberechtigt sind alle 630.000 mitteldeutschen Evangelischen Kirchenmitglieder ab dem 14. Lebensjahr.

Der Globus winkt ab

Wie lange bleibst Du dran am Klimathema? Normal ist, dass die Medien ein bestimmtes Thema immer nur für eine gewisse, aber begrenzte Zeit auf der 1 haben. Egal, was es ist – nach einer gewissen Zeit hört es auf, die Leute zu interessieren. Auch die schlimmsten Schicksale rutschen in der Aufmerksamkeit von uns allen als Medienkonsumenten in den Hintergrund.

Nörgel, nörgel – reicht das?

„Es ist alles Mist. Es fährt doch alles an die Wand. So geht’s nicht weiter. Bla bla bla“ – Au man. Also wahrscheinlich hat jeder mal so’n Tag. Da hast Du einfach schlechte Laune, jeden Vorschlag findest Du blöd, egal, was jemand sagt, Du kriegst alles in den falschen Hals, man, man, man.

Glockenläuten, besinnen und dann zur Demo

Gestern war ja der große weltweite Streiktag für den Klimaschutz, Motto: #AlleFürsKlima. „Alle“, weil nicht nur junge Leute von Fridays for Future auf die Straße gegangen sind, sondern sich ganz viele andere Gruppen solidarisiert haben. Weltweit waren bereits mittags Hunderttausende auf den Straßen. Auch der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland hatte dazu aufgerufen, an den Demos teilzunehmen. Und die Evangelischen Kirchen haben die Proteste noch auf eine andere Art unterstützt: durch Glockenläuten.

Drohbrief

Das war ein heftiger Schreck diese Woche. Da machst Du die Post auf und es rieselt weißes Pulver raus. Hä? Was is denn…? Und du merkst, du hast einen Drohbrief in der Hand. Panik, Notruf, Polizei, Feuerwehr – das volle Programm. So ging es den Mitarbeitern im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland diese Woche in Hannover.

Potsdamer Bündnis

So wie bei der Fridays-for-Future-Bewegung, so ist bei uns in den letzten Monaten auch eine Bewegung zur Rettung von Flüchtlingen gewachsen. Und sie wird lauter. 90 Städte und Kommunen haben sich schon der sogenannten „Potsdamer Erklärung“ angeschlossen. Sie alle nehmen vor dem Ertrinken gerettete Flüchtlinge gerne auf! Auch der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland setzt sich ein. Er gründet einen koordinierenden Verein, und entsendet mit anderen zusammen ein weiteres Rettungsschiff ins Mittelmeer. Humanitäre Lippenbekenntnisse seien keine Lösung, beklagen die Kirchen und kritisieren unmissverständlich: „das Politikversagen hält an“.

Gen-Moskitos

Mit der Gentechnik ist das so eine Sache: 78 Prozent haben in einer Umfrage des Bundesumweltministeriums gesagt, „der Mensch hat kein Recht, Pflanzen und Tiere gezielt gentechnisch zu verändern“ – einerseits. Andererseits ergeben Umfragen, dass über die Hälfte der Befragten gentechnisch veränderte Medikamente „ohne Bedenken“ einnehmen würde.

Feldmanns Ausladung bei der IAA

Hut ab. Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann von der SPD hat zur Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main eine Rede verfasst. Die war sehr kritisch gegenüber den Autokonzernen. Wörtlich hieß es da in der Rede von Feldmann: „Frankfurt braucht mehr Busse und Bahnen, aber nicht mehr SUVs“. Solche Botschaften schmecken den Autobossen gar nicht. SUVs – tonnenschwere CO2 ejakulierende PKW-Panzer – machen auf der IAA wieder einen Großteil der Angebote aus.

Ohne Anführer

Bist Du so’n Alpha-Typ? Also jemand, der gerne die Führung übernimmt? – Obwohl, was heißt „gerne“, es ergibt sich irgendwie immer, dass Du den Hut aufhast? – Oder bist Du derjenige, der sich freut, wenn’s jemand anderes organisiert, wenn ein anderer der Anführer ist? – Bei den Protesten in Hongkong passiert etwas, das es so noch nicht gegeben hat: Die Aktivisten haben keinen Anführer.

Wasserdampf auf K2-18b

„K2-18b ist ein vielversprechender Kandidat“. Das sagt Angelos Tsiaras. Er ist Forscher und gehört zu dem Team von Astronomen, die auf dem Planet K2-18b eine besondere Entdeckung gemacht haben. In der Atmosphäre dieses Planeten hat das Forscherteam Wasserdampf entdeckt. K2-18b kreist in genau richtiger Entfernung zu seiner Sonne, dem Stern K2-18. Das zusammen macht etwas möglich: LEBEN!

Herbst

Och menno, schlappe 20 Grad! Nachts stehen da manchmal schon unter 5 Grad in der App. Nix mehr mit den langen lauschigen Nächten. Is doch schade! – Ich werde immer ein bisschen wehleidig, wenn der Herbst sich so langsam ankündigt. Die Blätter – ja, ich weiß, sie sind gelb, sie sind rot, orange, sie sind bunt – und nie nur einfach braun. Und es macht dann auch Spaß, durch den Wald zu laufen und den bunten Blätterteppich rascheln zu lassen.

Du Auto-Junkie

Ist das nicht eigentlich einfach richtig geil: Wenn Du im Auto am Steuer sitzt, dann brauchst Du nur den rechten Fuß nach vorne drücken, und schon fliegst Du quasi über die Autobahn. – Hä, das ist doch nichts Besonderes. – Jaja, aber wenn Du Dir das einfach mal klarmachst: Du bewegst Deinen Fuß nur ein paar Zentimeter und whooooooooo. – Autofahren macht schon richtig Spaß, gell? Ja! – „Okay, dann bist Du auch’n Junkie“, sagt Klaus Gietinger.

Neutralitätsgesetz bestätigt

Das ist schon ganz schön krass, wie unterschiedlich die Gesetze zum Tragen von religiösen Symbolen in den unterschiedlichen Bundesländern sind. In Bayern hängen in Schulen und in Gerichten oft fette Kreuze, muslimischen Lehrerinnen aber ist das Tragen von Kopftüchern als religiöses Symbol verboten.

Bot or not

„Augen sehen mich, Schicksal der Gefühle Deine Augen, meine Hoffnung, mit dir als einzige Seele.“ – Schön, oder? Du bist bei ’nem Poetry Slam, hörst diese Zeilen und denkst, es ist so schön, wenn ein Mensch seine Liebe in so wunderbaren Worten ausdrücken kann … – Und dann hörst Du von der Bühne: „BOT OR NOT?“. – Eh, was?

Landesbischof Kramer will wissen, was glaubst du

Heute führt die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland ihren neuen Landesbischof feierlich im Magdeburger Dom in sein neues Amt ein. Friedrich Kramer heißt der Mann. Er kommt aus Wittenberg, hat da die letzten Jahre die Evangelische Akademie geleitet. Ein schlauer Kopf. Großer Auflauf im Dom. Viele mit Rang und Namen aus Kirche und Politik, Kunst und Kultur, Fernsehübertragung und pipapo.

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